Winter – Tag 2 – Ein Abend im Praha

Freitagabend – Itäkeskus liegt hinter mir und ich bin auf dem Weg in die City. Ich mag es abends in der City zu sein. Ok ich mag es immer in Helsinki City zu sein.

Mittlerweile genieße ich auch die Metrofahrt von Puotila nach Rautatieasema. Die Stationen werden mir vertrauter!

PuotilaItäkeskus – hier fährt die Metro oberirdisch – SiilitieHerttoniemeKulosaari (eine kleine Insel) – Kalasatama – nun fährt die Metro wieder unterirdisch – SörnaistenHakaniemiKaisaniemieRautatieasema – aussteigen.

Wo gehe ich heute hin?

Ich habe eine ganze Liste mit Lokalen, wo ich hingehen könnte. Aber in meinem Hirn spukt auch immer noch viel Mist rum. Nachdem mich einmal ein Türsteher in Berlin nicht in einen Club gelassen hat, habe ich Panik vor Türstehern.

Den ultimativen Club, wo man richtig tanzen kann, suche ich immer noch.

Ok ich stehe als erstes vorm On the Rocks in der Mikonkatu. Totentanz – Freitagabend und Totentanz, zumindest in der Kneipe, die man durch die Fensterscheiben sehen kann. Was ich noch nicht weiß: unter der Kneipe ist ein größerer Klubi, da sieht die Sache anders aus, aber das passiert an einem anderen Abend.

Ich eiere ein wenig rum, laufe ein bißchen durch die Straßen, telefoniere etwas mit meinem hoffnungsfrohen Nachwuchs. Mit dem kriegt man die 50 min Flat auch nicht platt. Also dann noch ein schönes Gespräch mit Kerstin 😀 … kiitos 🙂

Es beginnt zu schneien. Wir wandern gemeinsam – Kerstin an meinem Ohr – Pohjoisesplanadi lang. Es ist schön, das es schneit. Ich mag das 🙂

21:30  Freitagabend wieder vorm On the Rocks, immer noch Totentanz. Das kann es auch nicht ganz sein.

Na gut, dann stiefele ich eben ins Praha, Mannerheimintie 5. Direkt im City Center.

Eventuell ist es taktisch unklug, sich alleine an einen Tisch zu setzen, nachdem ich mir meine Cola geholt habe. Hier läßt man mich auch nicht auf finnisch bestellen. Ich hasse es. Gut ich sitze dann alleine und nicht bei Leuten. Den Eingang habe  ich leider im Rücken, kann also nicht sehen, was auf mich zu kommt.

Was auf mich zukommt ist Kaari, ein ziemlich dicker Mann. Ich bin auch kein Elfchen, aber dieser Herr ist mindestens doppelt so stabil wie ich. Also kein Zwölfchen (das ist mein Humor um auszudrücken: keien Elfe) Kaari ist mindestens ein 24chen.

Er möchte unbedingt neben mir sitzen, auf der kleinen schmalen Bank. Dann wäre ich aber komplett eingemauert. No way.

Kurze Verhandlung und Kaari kapiert, dass er sich nur dazu setzen darf, wenn er mir gegenüber Platz nimmt.
Kaari ist nicht nur sehr breit, Kaari ist auch für meine Begriffe ziemlich alt. Mindestens Mitte 60. Im Schlepptau hat er einen Kumpel, der zwar schlanker ist aber noch ein paar Jahre älter als Kaari.

Ich möchte jetzt keine Vorurteile gegen stabilere oder ältere Mitmenschen streuen – eine meiner besten Freundinnen ist jenseits der 70. Aber ich habe sowas von keinen Bock auf Kaari und seinen Kumpel.

Dann wollen sie mir noch ein Gespräch aufzwingen. Ok versuch macht klug. Aber ich will nicht. Nein ich will nicht.

Kaari verzieht sich mal für einen Moment in die hinteren Räume und ich ergreife die Flucht.

Ein Spaziergang durch den frischen Schnee ist da viel schöner.

 

 

Karte: