Helsinki im Interview

Heute mal ein kleines Interview mit der Stadt Helsinki zum Thema Weihnachten, so wie ich mir die Antworten vorstellen würde.
Helsinki ist meine große Liebe und wir haben eine innige Verbindung.
Die Antworten sind natürlich fiktiv. Die Informationen, die rüber kommen, sind webmäßig recherchiert worden.
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Hallo Helsinki, zuerst einmal Frohe Weihnachten – Hyvää Joulua für dich. Ich hoffe es ist ein wenig ruhiger.

Ja, seit am Heiligen Abend der Weihnachtsfrieden in Turku ausgerufen wurde, ist es merklich ruhiger und besinnlicher geworden.

Weihnachtsfrieden? Und warum in Turku?

Weihnachtsfrieden ist eine Tradition in den Nordischen Ländern. Ihr sagt immer Skandinavien, aber Skandinavien ist ja eigentlich nur Schweden, Norwegen und Dänemark. Manche sagen, dass Finnland auch zu Skandinavien gehört, wir bevorzugen aber Nordische Länder.

Der Weihnachtsfrieden hat in einigen skandinavischen Ländern Tradition und auch in Estland und Finnland. Traditionell wird er am Heiligen Abend um 12 Uhr mittags auf dem Balkon des Rathauses in Turku ausgerufen. Und das schon seit 1320! Das ist eine verdammt lange Zeit.
Turku deshalb, weil das die alte finnische Hauptstadt ist. 

Wie lange dauert der Weihnachtsfrieden?

Leider nur drei Tage, wäre natürlich schöner, wenn es immer Frieden wäre.

Lass uns doch ein wenig weiter über Weihnachten plaudern.
Was für Weihnachtstraditionen gibt es denn noch in Helsinki oder Finnland?

In Helsinki gibt es vor Weihnachten immer eine ganze Reihe Weihnachtsmärkte. Einige dauern auch noch bis nach Weihnachten an.
Der bekannteste und für mich stimmungsvollste ist der auf dem Senaatintori unterhalb der weißen Tuomiokirkko. Über diesen Tuommanmarkkinat  wirst du sicher auch noch ausführlicher berichten. Der Markt geht aber immer nur bis zwei Tage vor Heiligabend.

Was für die Leser vielleicht am wichtigsten ist: der Weihnachtsmann kommt aus Finnland!
Wir nennen ihn Joulupukki. Er lebt oben im Norden, in Lappland  auf dem Berg Korvatunturi
In einer Stadt namens Rovaniemi gibt es auch ein Weihnachtsmanndorf. Dort kann man ihn besuchen!
Also nichts mit dem ganzen Quatsch vom Nordpol.

Der Weihnachtsmann hat auch eine Frau. Frau Weihnachtsmann heißt Muori.
Seine Helfer sind die Tonttus, eine Art Wichtel, die ihre Augen überall haben.

Weihnachtsmann und Weihnachtsmarkt, dass gibt es auch in anderen Teilen der Welt. Macht ihr was besonderes?

Also wenn der Weihnachtsfrieden ausgerufen wurde, dann machen die Läden dicht. Normal haben die hier ja auch an Sonntagen auf, manche sogar rund um die Uhr. Macht mich schon manchmal ganz wuschig. Vor allem wenn soviele Leute wegen einkaufen über die Aleksanterinkatu rennen. Aber an Heiligabend ist doch mal Schicht im Schacht.

Einige Menschen besuchen dann ihre Ahnen auf den Friedhöfen und zünden weiße Kerzen an. Das sieht auch sehr stimmungsvoll aus.

Na und was in Finnland natürlich nicht fehlen darf: Sauna. Wir nennen es an Weihnachten Joulusauna, also Weihnachtssauna.
Früher haben wir auch gedacht, dass unsere Ahnen mit uns in der Weihnachtssauna sind.
Die Sauna ist uns heilig.

Am Heiligenabend schmücken wir einen Weihnachtsbaum und hängen ein Himmeli auf. Das wird meisten aus Strohhalmen gemacht.
Aber schau selber:

Ok, und was gibt es zu essen?

Ganz viel gibt es zu essen. Natürlich ändert es sich auch in Finnland, was in den einzelnen Familien so auf den Tisch kommt.
Traditionell ißt man morgen Haferbrei – Kaurapuuro. Im Weihnachtshaferbrei ist eine Mandel versteckt. Wer sie findet, hat das Jahr über Glück.

Hauptbestandteil der finnischen Weihnachtstafel ist ein großer Schinken – Kinkku, den man im Backofen brät.
In einigen Landesteilen gibt es auch Elchfleisch oder Ente. In vielen Supermärkten kann man jetzt auch riesige Puten kaufen.
Die Leute wollen das magere Fleisch. Aber 70% aller Finnen haben Weihnachten den Schinken auf dem Tisch.

Zum Fleisch gibt es verschiedene Aufläufe, Laatikko (Kiste) genannt. Das sind dann Steckrübenauflauf – Lanttulaatikko, Mohrrübenauflauf – Porkkanalaatikko, Kartoffelauflauf – Perunalaatikko … mir läuft jetzt schon das Wasser im Mund zusammen.

Natürlich darf auch Fisch nicht fehlen. In Finnland essen wir viel Fisch.
An Weihnachten gibt es einen Heringssalat – Rosoli – mit Roter Beete.
Oder auch Graavilohi oder Gravedlachs

Und Nachtisch darf auch nicht fehlen.

Milchreis mit Preiselbeersaft, Pulla natürlich, wir Finnen lieben Pulla. Dieses Gebäck gibt es in verschiedenen Formen und wird aus Hefe gemacht. Karadamon muß sein, der Rest wie jeder mag. Zimtschnecken oder auch Korvapuusti genannt, sind Pulla.

Zu Weihnachten dürfen Joulutottuja nicht fehlen.
Wir lieben Joulutorttu. Das ist Blätterteig zu Sternen geformt und mit Pflaumenmarmelade gefüllt. Lecker.

Piparkakku darf auch nicht fehlen, das sind so eine Art Lebkuchenkekse.

Und natürlich Glögi. Ihr kennt Glühwein, Glögi ist besser.
Wein mit Johannisbeersaft und dazu Gewürze und Mandeln und Rosinen. Manchmal auch noch einen Schuß Votka dazu. Kippis.

Wow, das ist echt eine ganze Menge.
Was ist für dich denn das Schönste an Weihnachten?

Die Lichter!
In Finnland ist es im Winter so dunkel. Es gibt Orte in Finnland, hoch im Norden in Lappland, wo die Sonne an drei Monaten nicht scheint.
Hier unten im Süden, wo ich wohne, ist es nicht so extrem. Im Moment geht die Sonne hier erst gegen halb zehn  auf und schon um viertel nach drei wieder unter.
Da bin ich extrem dankbar für die Flut an Weihnachtslichtern auf allen Straßen, in  den Fenstern und auch in den Parks. Das macht die Sache besser erträglich.

Liebes Helsinki, ich danke für dieses Interview und wünsche dir eine angenehme Weihnachtszeit.

Hei, danke. Ich brauch jetzt erst mal einen Glögi. Bis denn! Moi Moi.