Finlandica

Nun galt es eine Script zu finden. Ich habe also eine Datei mit Namen erstellt, weil ich sehen wollte, wie die Namen in der Schrift wirken. Nicht alle bei mir vorhandenen Scripts, aber doch einige. Meine Beste und ich haben dann beratschlagt.
Hier mal ein paar Beispiele, einige hatten sich schon selber ins Aus manöveriert. Auch eine Script sollte lesbar sein, das ist immer wichtig. Manche wirken auch in größeren Schriftgrößen besser, andere auch in kleinen.





Satzanweisung
Die Satzanweisung: also welche Schrift für welchen Nutzen und in welcher Größe habe ich natürlich selber geschrieben. Normal teilt der Verlag dies dem Mediengestalter mit. Buchreihen haben meistens immer die gleiche Schrift oder das gleiche Format.
Für das Buch war natürlich auch ein Format wichtig. Wie groß mach ich die Seite. Die Größe der Seite bestimmt im Endeffekt dann auch den Umfang des Buches, also die Seitenanzahl.
Ich hatte im Vorfeld schon entschieden, ein recht handliches, nicht unübliches Format zu wählen. Der Laie würde nun sagen: Taschenbuch.
Die Maße waren 125 mm x 190 mm – irgendwie rechnet man in meiner Branche immer in Millimeter, Schriftgrößen in Punkt.
Der Laie hätte nun sicher gesagt: oh so ein A4 Format ist auch schön, kann man doch prima auch auf dem heimischen Drucker drucken. Die Maße von A4 sind 210 x 297 mm. Sehr unhandlich zum Lesen, außer es sind Protokolle.
Das nächste DIN Format darunter ist 148,5 x 210 mm – du merkst, wir geben immer erst die Breite und dann die Höhe an –auch als Buch ein unhandliches Format. Meine Verlegerfreundin meine mal: sieht doof im Regal aus!
Die Druckerei bot für 125 mm x 190 mm auch recht wirtschaftliche Kosten an. Natürlich würden sich die tatsächlichen Kosten nach Anzahl der Gesamtseiten und nach der Auflage richten. Die Auflage ist die Stückzahl, die in einem Druckauftrag gedruckt wird.
Wenn man das Format weiß, dann muß man auch noch überlegen: wieviel Seitenrand macht man.
Du siehst unsere Seitenränder waren
oben 23 mm, unten 28 mm
innen 15 außen 22
Nun fragst du dich sicher: wie ist innen und wie ist außen zu verstehen?
Da wir ja gegenüberliegende Seiten haben, würde ja rechter und linker Rand je nach Seite (ungerade Seitenzahl und gerade Seitenzahl) wechseln. Daher ist alles, wo unsere Seiten im Buch aufeinander treffen innen und der andere Seitenrand außen. Je mehr Seiten du hast, desto größer sollte der innere Rand sein, weil ja das Buch noch gebunden wird und man möchte es zum lesen auch gerne aufschlagen!

Was in der Satzanweisung fehlt, ist die Paginierung, die Seitenzahl. Die habe ich auch in Garamond, 8 pt gesetzt. Pt ist die gängige Abkürzung für Punkt / Point.
Layout erstellen und Umbruch
Der nächste Schritt war, das Layout im Satzprogramm zu erstellen. Hier nimmt man nicht Word, Open Offices oder Pages, weil diese Programme besser für die Textverarbeitung, schreiben etc. geignet sind. Ja man kann auch kleine Layouts damit machen, aber irgendwie ist es für mich nicht so das gelbe vom Ei. Früher habe ich von Adobe gerne InDesign genutzt, quasi state of the art, leider ist die Creative Cloud gnadenlos teuer geworden (Sponsoren gesucht 😂😂😂😂).
Vor ein Paar Jahren habe ich mich für Affinity Publisher entschieden. Du zahlst einmal eine Lizenzgebühr und dann war es das für den Rest deines Lebens inklusiv aller updates. Damals hätte das Programm 78 € gekostet, es war Black Friday – das erste Mal, das ich was an Black Friday gekauft habe – und es hat mich nur 37 € gekostet. Wie geil.
Klar war es am Anfang ein Einfummeln, das hatte ich aber schon vorher gemacht, mit anderen Projekten. Bei unsrerem Projekt konnte ich aber andere Feinheiten wie Fußnoten, oder einen Blickfangpunkt als Herzemoji ausweisen, herauskitzeln. Sehr schön .
Ich habe also erst das Layout mit Musterseiten erstellt, so dass ich nun eine Basis für die einzelnen Texte hatte.
Dann die Stilvorlagen, Formatvorlagen oder Textstile (jedes Programm hat da andere Namen für!) geschrieben. Schön ist, man kann einige aufeinander basieren lassen, d.h. wen ich eine Unterüberschrift brauche, und die Überschrift 1. Grades und die des 2. Grades sich nur in der Schriftgröße unterscheiden, dann kann ich U2 auf U1 basieren lassen. Textstile erleichten mir das Leben sehr.
Ich kann sogar eigene Stile für unterschiedliche Sprachen definieren. Unser Buch ist ja mit deutschen, englischen und finnischen Texten gespickt. Bei jeder Sprache werden Trennungen anders gesetzt, und das wird dann vom Format mitberücksichtigt.

So habe ich meinen Heilig Abend nach der Bescherung verbracht. Bis nachts um 3 Uhr (1. Weihnachtstag) Beiträge gesetzt. Erstmal locker den Text für jede Autorin in eine eigene Datei fließen lassen.
Bei 25 Autorinnen dauere das schon eine knappe Woche.
Das Einfließen lassen der Texte, das Setzen der Trennungen und Absätze,inklusive des Einbindes der Bilder nennen wir auch Umbruch!
Bevor ich die Bilder einbinden konnte, habe ich sie in Photohop (mein einziger Luxus von Adobe, best ever!) geöffnet, und in Graustufen umgewandelt. Der Laie würde sagen: schwarz/weiß, aber reines schwarz/weiß wäre ja eine Strichzeichnung


Wenn die Bilder in Farbe gedruckt worden wären, dann hätte das ganze Projekt mindestens fünfmal soviel gekostet, wie es tatsächlich gekostet hat. Die Bilder hätten auch hier umgewandelt werden müssen. Unsere Smartphones und Computer nutzen das sogenannte RGB (Lichtfarben) Modell. Man nennt es auch Lichtfarben. Wenn du einen roten, grünen und blauen Strahler auf den gleichen Punkt fokusierst, dann hast du da weißes Licht. Du kannst kein schwarzes Licht erzeugen. Schwarz ist in diesem Fall die Abwesenheit von Licht = Dunkelheit!
Beim Drucken nutzen wir aber das CMYK Model.

Das Farbmodel funktioniert so ähnlich wie der Farbkasten in der Schule, wobei die Farben dort selten alle übereinander Schwarz ergeben, sondern ein Schlamm-braun-grau-was-auch-immer.
Also Umwandeln war so oder so angesagt!
Dann die schönen Bilder einbauen und eine PDF erzeugen!
Wir haben nun Mitte Januar. Hat also doch eine ganze Weile gedauert, ja war auch noch andere Arbeit zu erledigen.
Ich hatte aber auch einen Zeitplan erstellt, bis wann ich was erledigt haben wollte.